Samstag, 12. Oktober 2019

Rezension: Garth und Torian 2. Die Tochter des Magiers (Wolfgang Hohlbein)

Weltbild
Hardcover, 240 Seiten
ISBN: 4026411114521
Nur gebraucht erhältlich

Ein kurzer Einblick

Mit letzter Kraft schleppen sich Garth und Torian an den Rand der Wüste. Dort stoßen sie auf den Magier Salamir und seine Tocher Shyleen. Außerdem ist ein uraltes Wesen, das zwischen den Dimensionen lebt, den beiden Kriegern dicht auf den Versen. Die Jagd auf Garth und Torian hat begonnen.

Bewertung

Im zweiten Band um Garth und Torian macht Wolfgang Hohlbein nicht so sehr viel anders, als im ersten Band. Entscheidend ist, dass er die größten Kritikpunkte angeht und tatsächlich beginnt den Charakteren eine Persönlichkeit zu geben und die sinnlose Aneinanderreihung von Kämpfen durch eine Handlung ergänzt. Von der Welt Caracon hingegen erfährt man nicht viel mehr, die Geschichte konzentriert sich aber auch auf den Tempel der Schwarzen Magier, daher ist das vollkommen ok. Prägnante Dialoge, und simple, aber gute Action bleiben erhalten und verleihen der Reihe einen stilistischen Wiedererkennungswert. So reduziert der sprachliche Stil ist und so knapp Handlung und Charaktere dargestellt werden, bleiben die beiden Protagonisten zwar unnahbar, wachsen aber doch irgendwie ans Herz. Wenn im nächsten Band die Figuren weiter ausgebaut und greifbarer werden, als gewalttätige Krieger, die sich ihren Weg bahnen, könnte die Reihe mehr als nur gut werden.
Nachdem Garth und Torian der Wüste fast entkommen sind, stoßen sie auf den Magier Salamir und seine Tochter Shyleen. Zugleich ist ihnen ein Wesen auf den Versen, dessen Grauen und Macht mit Mitteln aus dieser Welt kaum beizukommen ist, bewegt sich das Wesen doch zwischen den Dimensionen. Gibt es zwischen dem Wesen und dem Zauberer einen Zusammenhang? Warum verstecken sich der Magier und dessen Tochter? Die Antwort ist der Tempel der Schwarzen Magier. Mehr soll hier aber nicht verraten werden. Salamir und Shyleen, von denen zunächst unklar ist, ob sie nun einfach nur Figuren der Handlung sind oder Antagonisten, lockern die Handlung auf und zwingen die Protagonisten dazu, menschlicher zu werden. Plötzlich müssen Garth und Torian sich nach außen hin öffnen, zumindest so weit, dass sie mehr werden als zwei Figuren, die halbtot durch die Wüste kriechen. Sie müssen mit ihrer Umwelt interagieren und zugleich Menschlichkeit zeigen. Das ist ein Entwicklungsansatz, der dem ersten Band leider vollkommen fehlte.
Geschmackssache hingegen dürfte die Andeutung auf den Cthulhu-Mythos sein. Natürlich wird dieser niemals erwähnt. Doch die Namensgebung des Gottes der Schwarzen Magier und die Art der Beschreibung des Tempels und der Wahrnehmung desselben von Garth und Torian macht deutlich, dass Hohlbein zumindest Anleihen an H. P. Lovecrafts Großen Alten nimmt.

Fazit

»Die Tochter des Magiers« ist eine unterhaltsame Lektüre, die zwar die größten Schwächen des ersten Bandes verbessert (Entwicklung der Charaktere und Ausbau einer Handlung), damit aber nicht mehr sein kann als »gut«. Trotz aller Kritik beginnt die Reihe eine Faszination zu entwickeln. Nicht zuletzt wegen des Cliffhangers.

3 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 20:12 Uhr.

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