Donnerstag, 24. Oktober 2019

Rezension: Garth und Torian 3. Die Katakomben der letzten Nacht (Wolfgang Hohlbein)

Weltbild
Hardcover, 240 Seiten
ISBN: 4026411114538
Nur gebraucht erhältlich

Ein kurzer Einblick

Torian wird von einer Blutspinne gebissen, nachdem er, Garth und Shyleen Zuflucht in einer Höhle suchten. Glücklicherweise ist die Blutspinne keine kämpferische Art, sodass die drei Gefährten entkommen können, um in der Hafenstadt Armar Unterschlupf bei der Diebesgilde zu finden, dessen Anführer Garth wohlbekannt ist. Ihr Plan ist es, ein Schiff zu nehmen, um Caracon zu verlassen. Doch ein Angriff der Schwarzen Magier macht ihre Pläne zunichte.

Bewertung

Vom dritten Band um Garth und Torian bin ich mittlerweile sehr angetan, nachdem die Reihe sehr enttäuschend begann. Wolfgang Hohlbein verleiht den Charakteren mehr und mehr Persönlichkeit, geht aber auch den letzten Kritikpunkt an: den Weltenbau. Dafür eröffnet sich der Autor direkt neue Baustellen, die unbefriedigend offenbleiben. Doch der Reihe nach.
Garth, Torian und Shyleen kommen in der Hafenstadt Armar an, nachdem Torian von einer Blutspinne angegriffen und von dem Biest gezeichnet wurde. In Armar suchen sie bei Garths Freunden, der Diebesgilde, Schutz und Sicherheit, werden aber schon bald erneut von den Schwarzen Magiern angegriffen. Den Protagonisten bleibt kaum Handlungsspielraum und so nimmt das Unvermeidliche seinen Lauf.
Kurz und knackig – Hohlbein bleibt seinem Stil treu. Die Kampfszenen sind besser denn je integriert und endlich so glaubwürdig, dass man der Handlung Realismus zusprechen kann; in ihrem Fantasyrahmen. Auch wird Garth und Torian weiterhin attestiert, dass diese in ihrem schwachen Zustand kaum einen unmöglichen Kampf bewältigen können. Doch baut Wolfgang Hohlbein Begründungen ein, die nicht nur der Erklärung wegen existieren, sondern auch der Handlung dienen. Oder die Charaktere sind wirklich unterlegen. Das macht sie menschlich, das macht sie sympathisch, das macht sie authentisch. Nur Tiefgründigkeit sollte man weiterhin nicht erwarten.
Armar ist eine Hafenstadt. Der Autor zwingt sich damit regelrecht, ein Stadtsystem mit Parteien zu integrieren. Er muss auf die kräftezehrenden Wanderungen oder endlosen Beschreibungen von groteskem Mauerwerk aus einer längst vergangenen Epoche weitestgehend verzichten. Nicht, dass ein politisches System, kulturelle Vielfalt oder Gegenbewegungen aufgebaut werden würden. Die Stadtbeschreibung bleibt recht klassisch. Die Armen vegetieren in Elendsvierteln. Die Diebesgilde klaut von den Reichen und wird von den Soldaten verflucht und gejagt. Um die mangelnde Tiefgründigkeit zu kaschieren, verwirrt der Autor den Leser mit Falschinformationen, vorsätzlich gestreuten Fallen und dem Glauben an die Menschlich- und Gerechtigkeit. Nicht nur der Leser fällt darauf herein, sondern auch Garth und Torian. Das weckt Interesse an der Handlung und sorgt dafür, dass man alles und jeden hinterfragt, nach Lug und Trug sucht.
Zum Ende hin, ersucht Hohlbein erneut Anleihen an H. P. Lovecrafts Große Alte. Weiterhin mag es Geschmackssache bleiben, ob die Anspielungen in die Welt von Garth und Torian hineinpassen. Sicher aber ist, dass das Interesse geweckt ist. Denn die Anspielung deutet auch an, dass die Schwarzen Magier weiterhin erbitterte Feinde sind, die um jeden Preis aufgehalten werden müssen.

Fazit

»Die Katakomben der letzten Nacht« beginnt klassisch karg und schlicht in seinem Stil, entfaltet aber nach und nach eine interessante Handlung, die hauptsächlich durch Irreführung und Geheimnisse aufrecht gehalten wird. Garth und Torian dürfen in ihrem Verhalten endlich authentisch wirken und der fortbestehende Feind, die Schwarzen Magier, werden weiter ausgearbeitet, um das Interesse an den nächsten Band zu wecken.

3.5 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 20:11 Uhr.

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