Samstag, 09. November 2019

Rezension: Garth und Torian 4. Die Straße der Ungeheuer (Wolfgang Hohlbein)

Weltbild
Hardcover, 240 Seiten
ISBN: 4026411114545
Nur gebraucht erhältlich

Ein kurzer Einblick

Die Vernichtung der Katakomben hat einen Mechanismus in Gang gesetzt, der Unheil über Armar bringt und bald auch über die ganze Welt. Ein Tor in eine fremde Dimension verschlingt alles in der Umgebung. Garth, Torian und Shyleen willigen ein, dem Schwarzmagier Cathar zu helfen, das Tor zu schließen. Doch dafür müssen sie die Straße der Ungeheuer bewältigen, um die Schattenburg zu erreichen.

Bewertung

Der Weg ist das Ziel – Torian befindet sich zusammen mit dem Schwarzmagier Cathar auf der Straße der Ungeheuer, die zur Festung der Magier führt. Durch die Vernichtung der Katakomben ist ein Mechanismus in Gang gesetzt worden, der die Welt verschlingen wird. Nur Cathar kann in der Schattenburg einen Zauber sprechen, um das alles verschlingende Tor zu zerstören. Um die Festung zu erreichen, benötig der Magier Torian, Garth, Shyleen und eine kleine Anzahl Soldaten aus Armar, denn die Straße der Ungeheuer ist von Fallen gespickt.
Die illustre Gruppe wird zwar das Ziel erreichen, doch Wolfgang Hohlbein geht einen Schritt vor und zwei zurück. Er ist so erzählfreudig wie nie (der Roman ist doppelt so lang wie seine Vorgänger), schwafelt dabei aber in endlos wiederholenden Beschreibungen. Letztendlich führt das zwar dazu, dass die Weltenbeschreibung und die Strapazen so detailliert wie nur möglich beschrieben werden. Wenn dies aber dazu führt, dass die immer gleichen Phrasen in unzähligen Varianten immer wiederholt werden, führt das zu Langeweile und Desinteresse an der Handlung. Schade, denn die eigentlichen Ideen, die der Autor sich ausgedacht hat, sind verdammt interessant. Doch anstatt auf die Mythen aus grauer Vorzeit, Fallen der Schwarzmagier oder die Geschichte der Magier vertiefend einzugehen (in geringen Anteilen findet hier eine Entwicklung statt), verliert Hohlbein sich in endlosen Beschreibungen von unaussprechlichen Strukturen der Festung, schweißtreibenden Anstrengungen in der Hitze der Wüste und einer nie endenden Verzweiflung, das Ende der Straße zu erreichen.
Zu den immergleichen Beschreibungen gesellen sich offensichtliche Schwächen in der Erzählung selbst. Eine Fantasywelt muss nicht zwingend logischen Gesetzen gehorchen, doch ein Mindestmaß an Glaubhaftigkeit sollte geboten werden. Die Straße wirft der Gruppe unzählige Gefahren in den Weg. Torian, der unbezwingbare Held der Reihe, das Stehaufmännchen, kommt jedes Mal mit Mühe und Not mit dem Leben davon. Die Anstrengungen, die er vollbringt, trotzen der Möglichkeit zu verlieren. Hierüber habe ich mich bereits in meiner Rezension zum ersten Band ausgelassen. Torian mag man das Heldentum mittlerweile zugestehen, dass aber jeder der Soldaten ebenfalls stets Zuflucht in Höhlen findet, durch Zufälligkeiten mit dem Leben davonkommt, oder gleich Löcher in der Handlung klaffen, um deren Überleben nicht erklären zu müssen, trotzt jeder Glaubwürdigkeit. Außerdem nimmt das den Soldaten das Zugeständnis eigenständige Individuen zu sein. Sie sind nur Figuren, die durch die Handlung geschleift werden. Wenn dann doch einmal ein Soldat in einer dramatischen Szene sterben darf, dient das Überraschungen im Handlungsverlauf oder der Soldat ist zuvor vorgestellt worden. Sorry, aber Charaktere, denen eine Seite vorher Charakter verliehen wird, denen kann man keine Tränen nachweinen, wenn diese sterben.

Fazit

»Die Straße der Ungeheuer« ist eine Einfallslosigkeit gestreckt auf die doppelte Länge; zumindest, was den sprachlichen Stil angeht, denn die Handlung weiß durchaus mit interessanten Ideen zu begeistern. Nachdem Garth und Torian im letzten Band endlich authentisch wirken durften, wird ihnen hier wieder jegliche Individualität und Glaubwürdigkeit genommen. Der Roman wirkt lieblos heruntergeschrieben, gute Ideen verstecken sich hinter endlos in unterschiedlichen Varianten wiederholten Phrasen.

2 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 19:34 Uhr.

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