Sonntag, 24. November 2019

Rezension: Garth und Torian 6. Der Tempel der verbotenen Träume (Wolfgang Hohlbein)

Weltbild
Hardcover, 240 Seiten
ISBN: 4026411114569
Nur gebraucht erhältlich

Ein kurzer Einblick

Torian, Shyleen und Garth sind im Tal angekommen, in dem der Tempel der verbotenen Träume liegen soll. Bevor sie das mythische Bauwerk erreichen, um die Unsterblichkeit zu erlangen und Shyleen vor dem Tod zu retten, werden die Gefährten von Echsen angegriffen und Torian wird von seinen Freunden getrennt. Das Tal ist eine tödliche Falle, die Unsterblichkeit ein hoher Preis …

Bewertung

Das Geheimnis um den Tempel der verbotenen Träume ist derart offensichtlich, dass dieses bereits auf den ersten 50 Seiten erraten werden kann. Glücklicherweise arbeitet der Roman nicht auf die Auflösung hin, sondern konzentriert sich auf den Weg zum Ziel. Und dieser entpuppt sich als der spannendste der Romanreihe. Weder trampelt Wolfgang Hohlbein die Handlung durch Einfallslosigkeit, stilistischer Simplizität oder unglaubwürdiger Verhaltensweisen der Charaktere nieder. Noch vergeht der Autor sich in endlosen Abschweifungen, in seitenlangen Beschreibungen der Landschaft. Tatsächlich ist der Stil sehr, sehr angenehm zu lesen, denn Hohlbein hat genau die richtige Mischung aus Handlungsfortschritt und Inszenierung gefunden. Auch die Charaktere sind bodenständiger denn je, ja, nähern sich sogar an und beginnen eine zwischenmenschliche Beziehung zu führen, anstatt lediglich gemeinsam Abenteuer zu erleben. Das ist damit auch das erste Mal, dass die Charaktere nicht nur sympathisch wirken, sondern sympathisch werden.
Das positive Lob gilt ebenso für die Handlung. Zwar reiht sich manche Gefahr etwas gewollt aneinander, doch insgesamt erwartet den Leser eine angenehme Abwechslung aus Gefahren, die sich wunderbar in die Geschichte einfügen. Die Gefährten müssen unter anderem gegen den Torwächter bestehen, lebendig gewordenem Gras entkommen oder vor Echsenwesen fliehen. Und dann ist da ja auch noch die Stadt der Träume … und Alpträume. Die Sehnsucht der Unsterblichkeit hält das Tal gefangen. Es ist die schwierigste Prüfung, der sich Torian, Shyleen und Garth stellen müssen.
Das Finale kommt etwas zu sehr abrupt. Es macht den Eindruck, als ob die Reihe noch nicht geplant war, beendet zu werden. Das unerwartet kommende Ende, lässt einen damit auch unbefriedigt zurück. Das Gefühl, dass der Autor noch viel mehr zu erzählen gehabt hätte, bleibt zurück. Der Epilog vermag die Unzufriedenheit zumindest etwas zu kaschieren.

Fazit

»Der Tempel der verbotenen Träume« ist der Abschluss einer qualitativ durchwachsenen Reihe. Der sechste Band ist zugleich aber auch der Beste der Reihe. Hohlbein lässt die Charaktere nicht einfach nur agieren und Gefahren meistern, sondern beginnt damit, die Figuren durch Interaktionen, die aus mehr als Sticheleien bestehen, sympathisch werden zu lassen. Torian, Shyleen und Garth wachsen einem ans Herz. Schade, dass dies der letzte Band ist.

4 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 19:15 Uhr.

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