Dienstag, 18. Dezember 2018

Rezension: Hinter dem Quecksilber (Lars Dangel)

Edition Cthulhu Libria
Hardcover, 289 Seiten
Keine ISBN
vergriffen

Ein kurzer Einblick

25 klassische Geschichten der Phantastik setzen den neben Paul Leppin und Max Brod unbekannten Autoren ein Denkmal. Der Staub des Vergessens wird hinweggefegt und Platz geschaffen für Grusel und Horror einer Zeit, die noch wusste, wie eine schaurige Atmosphäre mit Worten erschaffen wird.

Bewertung

Diese Ausgabe ist auf 150 Exemplare limitiert und vom Herausgeber Lars Dangel und dem Illustrator Heiko Schulze signiert.

25 klassische Geschichten unbekannter und vergessener Autoren der Phantastik hat Lars Dangel aus Zeitschriften, Romanheften, etc. zusammengetragen. Entstanden sind die Storys zwischen den Jahren 1890 und 1945. Diese Sammlung ist ein würdiges Andenken an längst verstorbene Literaten und für Liebhaber der Phantastik ein schmuckes Sammlerstück. Grusel und Horror … es ist im wörtlichsten Sinn eine phantastische Zusammenstellung abwechslungsreicher Geschichten, auch wenn der Schreibstil so manches Mal sehr gewöhnungsbedürftig und in Teilen anstrengend ist. Eine Beurteilung nach heutigen Maßstäben, zumindest hinsichtlich des schreiberischen Könnens, ist daher auch kaum möglich. Der altmodische Stil muss einfach gemocht worden. Untermalt werden einzelne Geschichten stimmig mit Illustrationen von Heiko Schulze. Im Anhang sind biografische Angaben zu finden, sodass mehr über die unbekannten Autoren zu erfahren ist.
Dr. E. Budde berichtet in »Die Erzählung des Irrenhäuslers« über einen Sammler, der ein verwunschenes Auge von einem Unbekannten unfreiwillig annimmt. Der Sammler dachte, es sei ein extrem seltenes und gut erhaltenes Buch. Robert Fuchs-Liska lässt in »Die purpurroten Schmetterlinge« Dorfbewohner lüstern übereinander herfallen. Der Duft der purpurroten Schmetterlinge ist zu betörend. Anatole France ruft zur Geistermesse, in der arme Menschen des Fegefeuers einen Blick in den Himmel erhaschen dürfen. Anthos lässt in »Die Blume des Bösen« Abenteurer ein verlassenes Tal erkunden, in dem diese eine menschenfressenden Pflanze entdecken. A. C. Krugs Protagonist entdeckt in »Die Tote aus der Arawali-Höhle« in einer verschütteten Höhle einen perfekt erhaltenen Leichnam; obwohl dieser hunderte von Jahren alt ist. Diese und weitere Geschichten lassen die Phantastik in altem Licht neu erstrahlen.

Fazit

Düster und schaurig entführen die 25 Autoren den Leser in eine Welt, in der menschenfressende Pflanzen und Wahnvorstellungen real sind. Der altmodische Stil vieler Geschichten muss gemocht werden, die Ideen aber sind abwechslungsreich und spannend.

4 von 5 Punkten

Enthalten sind die Stories:

Vorwort von Lars Dangel
Hinter dem Quecksilber (Rudolf Hirschberg-Jura)
Die Erzählung des Irrenhäuslers (Dr. E. Budde)
Anita Bakara (Josef Franz Sock)
Unkas (Leopold Günther-Schwerin)
Die tausend Glocken des Li-Hung-Li (Alexander Max Vallas)
Ich (Erich von Mauern)
Die purpurroten Schmetterlinge (Robert Fuchs-Liska)
Im alten Schloss (Peter Baum)
Die Augen des Hieronymus (L. Andro)
Das gelbe Licht (Georg von der Gabelentz)
Prinzessin Menemete (Erik E. Elwood)
Die Gespenstermesse (Anatole France)
Seelenwanderung (Jacob Fürth)
Die Kellerhexe (A. de Nora)
Der Doppelgänger (Henri de Régnier)
Der Wächter am schwarzen Kreuz (Victor F. Witte)
Die Blume des Bösen (Anthos)
Der ausländische Professor (Alfred Lemm)
Die Katze (Kurt Münzer)
Demaskierung (C. E. Borel)
Die Villa des Herrn Unselt (Beat von Müller)
Die Wanderpuppe (Paul Leppin)
Sphex (Emil Lucka)
Die Tote aus der Arawali-Höhle (A. C. Krug)
Im Spiegel (Max Brod)

Geschrieben von um 20:12 Uhr.

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