Sonntag, 20. August 2017

Rezension: John Cleaver 6. Ein Killer wie du und ich (Dan Wells)

Piper
Broschur, 336 Seiten
ISBN: 978-3-492-28025-9
12,99 €

Ein kurzer Einblick

Nachdem er Brooke am Ende des letzten Bandes nach Hause gebracht hat, macht sich John wieder allein auf den Weg, um die Verwelkten zu jagen. Ein mysteriöser Todesfall bringt ihn in die kleine Stadt Lewisville in Arizona und schnell wird klar, dass er es gleich mit mehreren gefährlichen Gegnern zu tun hat. Er trifft nicht nur auf den „Sonnengott“, sondern schlussendlich auch die Königin der Verwelkten, die John offenbart, dass es nur noch drei von ihnen gibt. Wird John seinen Plan, alle Verwelkten zu töten, endlich umsetzen und die Menschen vor ihnen retten können?

Bewertung

Positiv hervorzuheben ist als allererstes, das man bei diesem sechsten Band mit der Optik den vorangegangenen treu geblieben ist. Die Reihe sieht einfach klasse aus im Regal. Was mich aber mal wieder stört, ist die deutsche Titelwahl: Das originale „Nothing Left to Lose“ enthält freilich kein „Killer“ und kam deshalb wohl nicht in Frage. Schade!
Das sind aber nur die Äußerlichkeiten. Was diesen Band ausmacht, sind alle verschiedenen Punkte der bisherigen Geschichte, die perfekt wieder zusammengeführt werden. Es werden dieses Mal sowohl John als auch die Verwelkten gleichermaßen in den Mittelpunkt gestellt und dass er gleich zu Beginn wieder zu einem Bestattungsinstitut zurückfindet, schließt den Kreis, mit dem die Romane begangen, sehr authentisch und stimmungsvoll. Auch werden viele wichtige Personen, denen John im Laufe der Geschichte begegnet ist, in Erinnerungen und Erwähnungen aufgegriffen und ich habe dadurch Lust bekommen, die Reihe nochmals komplett zu lesen.
Dan Wells Schreibstil ist hier wieder herrlich einfach und lässt einen nur so über die Seiten fliegen. Die Spannung baut sich dabei kontinuierlich auf, türmt sich wie eine hohe Welle auf, um dann nochmal in ein kleines Tal zu gleiten, bevor der finale Kampf richtig losgeht. Teilweise fand ich es recht konfus, doch wenn man in solch einem Kampf steckt, ist ein chaotisches Durcheinander wohl normal. Verraten, wie die Geschichte für John ausgeht, werde ich selbstredend nicht, dieses Vergnügen darf jeder Leser selbst erfahren, doch kann ich mir vorstellen, dass es nicht jedem gefallen wird. Ich hatte eine Ahnung, wie es enden würde, schließlich macht man sich unweigerlich Gedanken darüber beim Lesen. Doch Wells hat mich mit seinem Abschluss dann doch komplett überrascht. Erfreulicherweise positiv, mehr will ich dazu gar nicht sagen.
Während des Lesens habe ich mich die ganze Zeit, nachdem klar war, dass nur noch drei Verwelkte existieren, gefragt, warum sich alle zehntausend Jahre alten Geschöpfe mittlerweile in den USA aufhalten. Sinnvoller wäre es doch gewesen, wenn sie sich über die anderen Kontinente verteilt hätten, als sie erfahren haben, dass sie gejagt und auch reihenweise getötet werden. Vielleicht stehen sie auch einfach alle nur auf den amerikanischen „Way of Life“… Eine entsprechende Erklärung hätte ich hier ganz hilfreich gefunden, doch das tut dem Lesevergnügen insgesamt keinen Abbruch.
Besonders schön finde ich auch in diesem Band wieder die kleinen Weisheiten, die man verstreut finden kann. Mit dieser hier von einer Verwelkten sei alles gesagt; schließlich ist sie vor allem in Hinblick auf Johns Entwicklung klasse doppeldeutig und aussagekräftig:

„Wenn man sich entscheidet, Regeln zu befolgen, gibt man die Kontrolle nicht auf (…). Es bedeutet vielmehr, sich zu beherrschen.“ (Seite 320)

Fazit

„Ein Killer wie du und ich“ liefert als äußerst gelungener Abschlussband gleichzeitig ein authentisches Gesamtbild aller sechs Romane. Und auch wenn ich mich super auf diesen Band gefreut habe, bleibe ich irgendwie doch mit einem weinenden Auge zurück, denn es ist auch ein schmerzlicher Abschied, habe ich John Wayne Cleaver in diesen sechs Bänden doch sehr liebgewonnen…

4.5 von 5 Punkten

Wir danken Piper für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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Geschrieben von um 10:13 Uhr.

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