Sonntag, 22. Oktober 2017

Rezension: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr (Walter Moers)

Knaus
Gebundenes Buch
ISBN: 978-3-8135-0785-0
24,99 €

Ein kurzer Einblick

Prinzessin Dylia von Zamonien leidet unter einer Krankheit, die bei ihr unter anderem zu extremer Schlaflosigkeit führt, die zum Teil auch Tage und Wochen anhalten kann. Als sie gerade wieder eine dieser Phasen durchlebt, erscheint ihr in ihrem Schlafzimmer der Nachtmahr Havarius Opal, der ihr eröffnet, er wäre gekommen, um sie in den Wahnsinn zu treiben.
Davor unternehmen die beiden noch eine Reise durch Dylias Verstand an dessen Ziel das Zentrum des Wahnsinns, Amygdala, stehen soll. Eine Reise mitten hinein ins dunkle Herz der Nacht.

Bewertung

Nach Moers letztem Zamonien Roman „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ habe ich lange mit mir gerungen, ob ich „Prinzessin Insomnia“ überhaupt lesen möchte. Schließlich hat die Neugier doch gesiegt. Angesprochen hat mich tatsächlich das auf den ersten Blick nicht besonders spektakuläre Covermotiv. Dies zeigt zwar nur das Gesicht des Nachtmahrs, jedoch sieht dieses dem berühmten Füssli Gemälde „Der Nachtmahr“ sehr ähnlich.
So bin ich aufgrund dessen davon ausgegangen, dass Moers, wie auch in den anderen Zamonien Büchern auch, ein bestimmtes Genre nimmt und dieses mit seinen eigenen Ideen anfüllt, in diesem Fall den klassischen Schauerroman.
Als ich dann schließlich den Klappentext las, dachte ich es handelt sich, wenn schon nicht um einen Schauerroman, vielleicht um einen Abenteuerroman mit Schaueranleihen. Eine Reise ins Gehirn, ins dunkle Herz der Nacht, das klang interessant.
Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Der Roman zieht sich, gerade am Anfang extrem, da eine detaillierte Beschreibung über Prinzessin Dylias Krankheitssymptome und was sie während dieser schlaflosen Zeit treibt anfängt. Hierzu gehört, unter anderem, das Bennen sämtlicher Mondkrater oder das Ausdenken neuer Wörter. Auch nachdem Prinzessin und Nachtmahr zu ihrer Reise aufgebrochen sind, verläuft alles nur extrem schleppend. Für mich kam leider nur kurz vor Schluss ein wenig Spannung auf, die aber die Längen des Romans auch nicht wettmachen konnte.

Fazit

Leider findet Moers nicht zu alter Form zurück. Die Handlung zieht sich extrem, sodass man sich zum Teil zum Weiterlesen zwingen muss. Da scheint die Entstehungsgeschichte des Romans interessanter zu sein. Ausschlag zu dem Roman gab ein Briefwechsel Moers mit der Berliner Zeichnerin Lydia Rode, die unter der Krankheit „Chronic Fatigue Sydrome“ leidet. Diese ähnelt sehr der Krankheit von Prinzessin Dylia. Aus diesem Briefwechsel entstand die Idee zur Zusammenarbeit und so stammen die Zeichnungen im Roman diesmal nicht von Moers, sondern von Rode.

2 von 5 Punkten

Wir danken der Verlagsgruppe Random House für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Geschrieben von um 09:36 Uhr.

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