Samstag, 29. Dezember 2018

Rezension: Roter Zwerg 3. Volle Kraft zurück! (Rob Grant)

Blanvalet
eBook, 384 Seiten
ISBN: 978-3-641-05254-6
5,99 €

Ein kurzer Einblick

Lister ist auf einer Erde gelandet, auf der die Zeit rückwärts läuft. Tote werden ungeboren, Gefangene werden freigelassen, um Verbrechen zu begehen. Um der verkehrten Welt zu entkommen, darf er das Zeitfenster zehn Jahre in der Vergangenheit nicht verpassen. Während Lister zu einem pubertierenden Teenager wird, setzen Kater, das eitelste Wesen im Universum, und Rimmer, das Hologramm, alles daran, ihren Freund zu retten.

Bewertung

»Leute, das war’s. Wir sind noch schlimmer dran als Latzhosenträger, in deren Hosenbeine man Keile reingenäht hat, damit sie wie Schlaghosen aussehen.« (Seite 282)

Was haben Science-Fiction, Western und eine Komödie gemeinsam? Nichts. Es sei denn man packt die drei Genres zusammen in eine Handlung und bedient sich ihrer, um ulkig und witzig zu sein, aber weniger, um eine gute Handlung zu erzählen, die dennoch lustig ist. »Volle Kraft zurück!« setzt an den letzten Roman »Besser als das Leben« an. Auf dem Planeten, auf dem Rimmer, Katze und Lister gelandet sind, läuft die Zeit rückwärts. Was für die Bewohner normal ist, ist für die Gestrandeten gewöhnungsbedürftig. Leichen kriechen aus ihren Gräbern, um zu verjüngen und im Schoss ihrer Mutter zu sterben. Gesprochen wird rückwärts. Alle Handlungen werden rückwärts ausgeführt. Obwohl die drei nicht nach den gleichen Regeln leben, müssen sie sich an die physischen Gesetzmäßigkeiten anpassen, um in dieser verqueren Welt zurechtzukommen. Das schließt die Aufnahme von Fäkalien ein, um diese auf dreckige Teller auszuspeien, damit aus ihnen wieder Gemüse und Tiere werden können. Nach den Regeln leben zu müssen, heißt aber auch, dass Kater und Lister jünger werden. Die erste Flucht vom Planeten verläuft katastrophal. Das nächste Zeitfenster erscheint erst wieder in 10 Jahren. Oder besser gesagt, 10 Jahre in der Vergangenheit. Lister wird dann ein fünfzehnjähriger, pubertärer, rebellischer Teenager sein.

Später in der Handlung treten noch Agonoiden (Killerroboter, die die Menschheit ausrotten wollen) auf, oder Lister muss in einer Computersimulation (»Besser als das Leben« lässt grüßen) Viren vernichten. In einer komprimierten Zusammenfassung mag das abenteuerlich und spannend klingen, es ließt sich aber eher wie eine abgearbeitete Endlosschleife:

1. Eine Idee in Szene setzen.
2. Eine kaum rettbare Situation mit tödlichem Ausgang inszenieren.
3. Eine aberwitzige Idee nutzen, um eine Lösung zur Rettung der Protagonisten zu erschaffen.

Das Konzept funktioniert, so ist es ja nicht. Es liest sich aber dröge, wenn die Handlung immer nach dem gleichen Muster abläuft. Auch die Ideen sind grundsätzlich ziemlich gut und der Handlungsverlauf insoweit spannend, dass man wissen möchte, wie der angekündigte Schlamassel beseitigt werden kann. Aber auch hier hapert es an der Umsetzung. Es reicht nicht einfach Ideen aneinanderzureihen, diese mit Wortspielereien, Klamauk, schrägen Charakteren und Machosprüchen aufzupeppen. Das Gesamtkonzept muss ineinandergreifen, eine Einheit bilden, damit sich das Ergebnis weniger episodisch, sondern wie eine Geschichte liest. Der Witz ist vorhanden, der Funfaktor gegeben. Aber auch hier setzt Rob Grant eher auf Ideen, die komisch sein sollen, als auf eine fein ausgearbeitete Komödie. Das liest sich lustig, aber eher gezwungen. Das liest sich humorvoll, aber eher aufgesetzt. So kann man eine hervorragende Basis auf langweiligen Standard herunterbrechen.

Fazit

Die Handlung weißt leider kaum Entwicklung auf, sondern lebt von episodischen Stücken, die gemeinsam eine Handlung ergeben sollen. Leider hat Rob Grant vergessen, dass ein Rohgerüst von Roman nur Mittelmaß ist, dass Witz und Spaß auf Sparflamme zünden, dass humorvolle Ideen halbgar sind, wenn diese nicht ausgearbeitet werden.

3 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 18:56 Uhr.

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