Samstag, 02. Februar 2019

Rezension: Roter Zwerg 4. Der letzte Mensch (Doug Naylor)

Blanvalet
eBook, 321 Seiten
ISBN: 978-3-641-14028-1
5,99 €

Ein kurzer Einblick

Dave Lister begegnet seinem Ich. Weil sich der Computer seines Raumschiffs verrechnet hat, landet Lister in einem Paralleluniversum. Hier tyrannisiert sein böser Doppelgänger Planeten und Lister, also der gute Lister, wird ins Gefängnis gesteckt. Wie soll er von diesem trostlosen Planeten, die Welt vor sich selbst retten?

Bewertung

Was haben Science-Fiction und Komödie gemeinsam? Grant Naylor. In den ersten beiden Teilen »Roter Zwerg« und »Besser als das Leben« feuerte das Autorenduo einen witzigen Spaß mit zwar nicht grandioser, aber einer grundsoliden Story ab. »Volle Kraft zurück!«, von Rob Grant alleine geschrieben«, konnte hauptsächlich wegen all der humorvollen Ideen aus Sprüchen und Gags in der Handlung zum Lachen bringen. »Der letzte Mensch«, dieses Mal von Doug Naylor geschrieben, überzeugt eher durch eine unterhaltsame Story aus Wendungen und Charakteren, die sich gegeneinander ausspielen. Dafür bleibt der Witz auf der Strecke. Es ist keineswegs ein todernster Roman, aber die zündenden Witze verstecken sich vereinzelt und trauen sich kaum das Rampenlicht des Spaßes zu betreten. Dave Lister wird als Gefangener in die Einöde des Gefängnisplaneten Lotomi 5 verbannt; lebenslänglich. An einem anderen Ort entdeckt Dave Lister zeitgleich ein havariertes Raumschiff, das ihn, Kater, Rimmer und seine Freundin vor ein großes Rätsel stellt. Sind sie etwa in einem Paralleluniversum gelandet? Und so beginnt das Verwechselspiel der Listers, in dem Gutherzigkeit und Bösartigkeit miteinander konkurrieren.

Später in der Handlung treten Genexperimente aus der fernen Vergangenheit der Menschheit auf und ein Wesen aus reiner Unschuld, zu rasendem Zorn angestachelt, vernichtet ganze Landstriche. Dominiert wird die Handlung aber von Listers Hetzjagd gegen sich selbst und Listers Rettungsaktionen, die mehr Probleme schaffen als lösen. Glücklicherweise resultiert dies in keiner belanglosen Endlosschleife eines fest definierten Handlungsablaufs. Der Autor versteht es durch Szenenwechsel, verschiedenen Perspektiven der Charaktere und neuen Impulsen die Handlung stets interessant zu halten.

Abseits der neuen Handlung kann aber auch der vierte Teil kaum mehr begeistern oder vergraulen als die bisherigen Bände der Reihe. Vielleicht mag dies am britischen Humor liegen, der hierzulande weniger zündet. Vielleicht taugen die Romane aber auch nicht zu mehr, als guter Unterhaltung ohne große Ansprüche. Das soll ein jeder Leser selbst entscheiden.
Eine Anmerkung zum Schluss: Doug Naylor ignoriert die Handlung aus »Volle Kraft zurück!« und schreibt seine eigene Fortsetzung nach Teil zwei.

Fazit

Doug Naylor hat ein gutes Gespür für eine gute Story, die zwar nicht lange in Erinnerung bleiben wird, aber zu unterhalten weiß. Leider fehlt dem Roman der bisherige Humor, die Skurrilität, die einfallsreichen Gags und Sprüche, die diese Reihe bisher auszeichneten. Hätten Doug und Rob mal besser als Grant Naylor zusammengearbeitet, hätte man der Reihe lediglich fehlende Genialität vorwerfen können. So ist auch dieser Teil nur die Hälfte dessen, was er hätte sein können.

3 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 20:40 Uhr.

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