Dienstag, 21. April 2020

Rezension: Segen der Erde (Knut Hamsun)

Ullstein
Taschenbuch, 512 Seiten
ISBN:  978-3-548-29057-7
12,00 €

Ein kurzer Einblick

Isak ist ein einfacher Mann. Er siedelt sich fernab von anderen Dörfern oder Städten in der Ödmark Norwegens an. Auf einem kargen Stück Land baut er sich nach und nach einen Hof mit Landwirtschaft und Tieren auf. Schließlich stößt Inger zu ihm und so wird der Hof immer mehr mit Leben gefüllt…

Bewertung

In Knut Hamsuns wohl bekanntesten Werk, „Segen der Erde“, für das er den Literaturnobelpreis erhielt, erzählt dieser die Lebensgeschichte Isaks. Der Leser kann mitverfolgen, wie aus einem mittellosen Mann über die Jahre ein Landsmann wird. Im ersten Teil des Romans kann man Seite um Seite miterleben, wie sich Isak ein immer besseres Leben aufbaut. Voller Tatendrang und ohne Rast vergrößert er nach und nach seine Landwirtschaft, seinen Tierbesitz und seinen Lebensraum. So wird aus einer Hütte in der Ödnis über die Jahre ein großer Hof mit umfassenden Besitz. Dies macht deutlich, wie jemand durch harte Arbeit, Sparsamkeit und die Konzentration auf das Wesentliche zu Reichtum und Wohlstand kommen kann und verdeutlicht zugleich, wie die Natur alles essentielle zum Leben bietet, wenn man nur weiß, wie man es nutzen muss.
Doch es sind nicht nur das Land und die Tiere, die immer größeren Raum einnehmen, auch wird das von Isak bewirtschaftete Land immer mehr mit Leben gefüllt. Zunächst stößt Inger zu ihm und schließlich bekommen sie Kinder. Obwohl ihr Leben auch durch Schicksalsschläge gezeichnet ist, dient ihre Lebensweise doch zum Vorbild für andere. So führt Isaks Arbeit nicht nur dazu, dass sich das Land, das er bewirtschaftet, immer weiter vergrößert, sondern er wird zum Beispiel für andere, sich in der Ödmark anzusiedeln. Damit kann man als Leser mitverfolgen, wie durch das Handeln eines Einzelnen ein ganzes Gebiet besiedelt wird. Dabei entsteht nicht bloß eine Siedlungsgeschichte, sondern es entwickelt auch ein Wirtschaftssystem mit Handelsplätzen und Geschäften.
All dies erzählt Knut Hamsun in einer einfachen, naturalistischen Sprache, die für den Leser die einzelnen Handgriffe der Figuren nachvollziehbar macht. Damit macht Hamsun deutlich, wie die einfachen Dinge im Leben sowie Arbeit und Tatendrang zu Erfüllung führen können und setzt dies in den Gegensatz zur Verschwendungssucht, die in den Städten herrscht. Dies wird mittels eines einfachen Sprachstils verdeutlicht, der für den geübten Leser jedoch zum Teil einigermaßen irritierend ist, da Hamsun scheinbar wahllos die Zeitformen wechselt. Weiterhin hat vor allem der zweite Teil des Romans einige Längen und Handlungsstränge, deren Bedeutung für die Botschaft des Romans weniger zentral ist.

Fazit

Knut Hamsuns wohl bekanntestes Werk „Segen der Erde“ zeigt eindrücklich auf, wie die Natur alles wichtige zum Leben bereitstellt und wie es durch Tatendrang gelingen kann, daraus ein gutes und vorbildhaftes Leben zu formen. Allerdings ist der Erzählstil etwas eigenwillig und eine stärke Konzentration der zweiten Hälfte des Romans hätte ihm gut getan.

3.5 von 5 Punkten

Geschrieben von um 21:20 Uhr.

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