Sonntag, 27. Mai 2018

Rezension: Sookie Stackhouse 1: Dead until Dark (Charlaine Harris)

Orion Publishing Co
Taschenbuch, 326 Seiten
ISBN: 978-0-575-11702-0
9,99 €

Ein kurzer Einblick

Sookie Stackhouse würde gerne ein ganz normales Leben als Kellnerin im kleinen Städtchen Bon Temps in Louisiana führen, doch sie hat eine nicht ganz so normale Begabung: Sie kann Gedanken lesen und das macht ihr Leben des Öfteren im Allgemeinen und gerade bei Dates im Besonderen nicht leicht. Aber sie sehnt sich nach einer Beziehung und als der gutaussehende und mysteriöse Bill eines Tages in die Bar Merlotte’s kommt und sie seine Gedanken nicht lesen kann, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Da ist es Sookie auch egal, dass Bill ebenfalls nicht ganz so normal, sondern ein Vampir ist. Die beiden werden ein Paar, doch dann werden junge Frauen ermordet, die Kontakte zu Vampiren pflegten. Wird Sookie die nächste sein?

Bewertung

Zu „Dead until Dark“ bin ich über die Serie True Blood gekommen, welche mir sehr gut gefallen hat und da die Romanvorlagen ja in der Regel noch besser sind als die Verfilmungen, wollte ich die Sookie-Stackhouse-Romane unbedingt lesen.
Ich muss zwar zugeben, dass Charlaine Harris hier eine sehr interessante Welt mit vielen mysteriösen Wesen, wie Vampiren und Gestaltwandlern, geschaffen hat und auch ein Händchen dafür hat, realistische Dialoge zu schreiben, doch leider musste ich schnell feststellen, dass ich mit dem Buch nicht wirklich warm wurde. Die Geschichte ist aus der Ich-Erzählersicht von Sookie Stackhouse geschrieben, was an sich ja nicht schlecht ist. Aber leider ist es wirklich so dermaßen auf Sookie bezogen, dass man von den anderen Charakteren nicht wirklich viel mitbekommt, außer deren Gedanken, die die Protagonistin mal beabsichtigt und mal unbeabsichtigt auffängt. Das hätte die Autorin enorm nutzen und ausbauen können. Das hat sie meiner Meinung nach aber nicht geschafft und so konnte weder die Handlung, noch insbesondere die Charakterentwicklung wirklichen Tiefgang entwickeln.
Auch bin ich mit der Protagonistin an sich nicht wirklich warm geworden. Man kann ja verstehen, dass sie sich aufgrund ihrer Begabung als Außenseiterin fühlt, und schlussendlich nutzt sie ihre Kraft des Gedankenlesens zwar, um die Mordserie aufzuklären, was man ihr hoch anrechnen kann, doch ist sie mir in ihren Handlungen, welche oftmals sehr gefühlsgesteuert sind, viel zu sehr sprunghaft. Gerade auch die Beziehung zum Vampir Bill las sich oft total unterkühlt und doch sind die beiden sehr oft im Bett gelandet. So hat man an vielen Stellen einfach das Gefühl, dass die Protagonistin selbst nicht weiß, was sie will und oft wie ein pubertierender Teenager handelt und dadurch unrealistisch wirkt.
Dass ich das Buch trotzdem relativ schnell gelesen habe, verdankt es seinem unkomplizierten Alltags-Englisch, welcher wirklich einfach zu lesen ist. Bei der letzten Seite angekommen, war ich innerlich sehr erleichtert, diese seichte Story geschafft zu haben, doch dann haben mich die letzten drei Absätze unerwarteter Weise nochmal positiv mit einem sehr genialen Kopfkino und herrlichem Wortwitz überrascht. Das hat mich dann doch noch ein wenig versöhnlich gestimmt.

Fazit

Für mich lässt „Dead until Dark“ als Auftakt einer Romanserie an vielen Stellen sehr zu wünschen übrig. Mit der Handlung konnte ich noch leben, doch die Gewichtung der Figurenbeschreibung fand ich nicht wirklich ansprechend, da die Geschichte dadurch zu seicht blieb und keine wirkliche Spannung aufbauen konnte. Bleibt zu hoffen, dass diese von Fans vielgelobte Romanserie mit dem zweiten Band besser wird.

2.5 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 14:02 Uhr.

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