Sonntag, 08. März 2020

Rezension: Sookie Stackhouse 2. Living Dead in Dallas (Charlaine Harris)

Orion Publishing Co
Taschenbuch, 279 Seiten
ISBN: 978-0-575-11703-7
ca. 9,50 €

Ein kurzer Einblick

Aufgrund eines dummen Zufalls entdeckt Sookie die Leiche ihres Arbeitskollegen Lafayette in Andy Bellefleurs Polizeiauto, nachdem dieser am Vorabend zu viel getrunken und sein Auto unbeaufsichtigt hat stehen lassen. Wenig später macht sie die Bekanntschaft mit einer Mänade, welche sie schwer am Rücken verletzt und vergiftet, um Eric Northman eine Botschaft zu senden. Und als wäre das nicht genug, wird sie nach ihrer Heilung an den Vampir-Sheriff von Dallas verliehen, um mit ihrer besonderen Gabe bei der Suche eines vermissten Vampirs menschliche Zeugen zu befragen. Im Zuge der dortigen Ermittlungen in den Reihen der Anti-Vampirsekte „Gemeinschaft der Sonne“ wird sie abermals schwer verletzt, nur um am Ende – zurück in Bon Temps – den Tod einiger Einwohner durch die bereits am Anfang getroffene Mänade miterleben zu müssen…

Bewertung

Wie der kurze Einblick schon zeigt, jagt ein Ereignis das nächste in diesem zweiten Band. Spannungstechnisch bleibt die Geschichte aber recht lau. Ihrem Stil treubleibend, hat die Autorin auch diesen zweiten Band aus Sookies Ich-Perspektive erzählt und ich habe beim Lesen zeitweise das Gefühl gehabt, dass Sookie recht abgestumpft ist gegen Blut und tote Menschen. Das könnte zwar einerseits durchaus bedeuten, dass sie sehr resilient gegen die Widrigkeiten in ihrem Leben ist, was ich bei Protagonisten durchaus sehr faszinierend finde, doch für eine spannende Geschichte ist mir das zu glatt. Es fehlen die Ecken und Kanten, die die Geschichte dramatisch und richtig fesselnd machen.
Hinzu kommt, dass ich mit Sookie als Protagonistin auch in diesem zweiten Band nicht warm geworden bin. Teilweise zeigt sie mir einfach ein zu ambivalentes Verhalten – z.B. wenn ihr der Vampir Godfrey in einem Satz wahnsinnig leid tut, weil er offensichtlich an seinen Schuldgefühlen leidet, aber gleich im nächsten Satz meint, dass er auf den elektrischen Stuhl gehören würde, wenn er ein Mensch wäre, um ihn am Ende noch einmal aufzusuchen, als er der Sonne begegnet, damit er nicht alleine ist.
Was mich aber trotzdem immer weiter hat lesen lassen, waren zum einen die versteckten Details von Sookies Leben, die einfach so dem Leser hingeworfen werden und sie dadurch doch noch etwas lebendiger erscheinen lassen. Und zum anderen die kleinen aber feinen Auftritte von Eric Northman. Es wird schnell offensichtlich, dass er Sookie gerne für sich haben will, anstatt sie Bill zu überlassen. Im Gegensatz dazu, was man von einem Vampir aber erwarten würde, versucht er durchaus erfolgreich, ihr Vertrauen zu gewinnen und es bahnt sich eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden an. Das veranlasst Sookie dann auch, Eric um Hilfe zu bitten, als sie bei einer Orgie die Gedanken der Teilnehmer lesen will, um den Schuldigen für Lafayettes Tod zu finden. Zwischen den beiden geht es dann auch kurzzeitig heiß her, was wiederum zu erwarten war. Hier wäre ich enttäuscht gewesen, hätte die Autorin Eric keinen Annäherungsversuch starten lassen.
Positiv fand ich auch wieder die Leichtigkeit des Alltags-Englisch, mit dem auch „Living Dead in Dallas“ geschrieben wurde. Denn auch wenn ich die Geschichte als nicht so spannungsgeladen empfunden hatte, konnte ich bis zu den mal hier und da verstreuten Lichtblicken ohne sprachliche Probleme weiterlesen.
Erwähnen will ich dieses Mal auch kurz das Cover. Beim ersten Band war es mir noch nicht aufgefallen, doch die Blutspuren verlaufen nicht irgendwie rein zufällig, sondern bilden Figuren ab – in diesem Fall die Silhouette eines Menschen mit Bisswunden. Das finde ich sehr originell und macht optisch was her.

Fazit

„Living Dead in Dallas“ ist eine solide Fortsetzung, die mir besser gefallen hat als „Dead until Dark“. Denn obwohl ich noch immer mit der Protagonistin nicht warm wurde, fand ich die Ereignisse in diesem zweiten Band sehr interessant und bin schon gespannt, was noch kommen wird. Für den dritten Band wünsche ich mir jedoch noch mehr Ecken und Kanten, damit z.B. die nicht so heile Welt der Vampire besser zur Geltung kommt.

3.5 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 14:52 Uhr.

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