Sonntag, 25. Februar 2018

Rezension: The Haunted Vagina & Ugly Heaven (Carlton Mellick III)

Voodoo Press
Taschenbuch, 160 Seiten
ISBN: 978-99957-56-15-4
12,95 €

eBook, 2,99 €
ISBN: 978-99957-56-34-5

Ein kurzer Einblick

Stacys Vagina ist von einem Fluch befallen. Steve, der die seltsamen Geräusche aus der Schamgegend seiner Freundin beunruhigt, geht auf Entdeckungsreise. Mit rasiertem Kopf und Gleitgel zwängt er sich in die Vagina hinein – und entdeckt eine bewohnte Welt.

Baum erwacht im verfallenen Paradies Gottes. An seine Vergangenheit als Mensch kann er sich nicht erinnern. Gemeinsam mit Lachs erkundet er die Gegend und stößt schon bald auf ein Dorf, das die Schatten fürchtet. Niemand stellt die Existenz Gottes in Frage, aber die etablierte Religion ist so verdreht wie die kunterbunte Welt.

Bewertung

Wenn man zu einem Titel von Carlton Mellick III greift, gibt es zwei Optionen: 1. Der Autor ist einem unbekannt und man wird aus den Socken geblasen, was dieser Autor aus banalen Ideen für Abstrusitäten zaubern kann. 2. Der Autor ist einem bekannt und man geht ganz bewusst auf eine Achterbahnfahrt schräger Ideen, die einen für kurze Zeit in Realitäten versetzt, die man niemals selbst besuchen möchte. »The Haunted Vagina« und »Ugly Heaven« vereint eines: bescheuerte Ideen, verrückte Albernheiten, skurrile Banalitäten, hochstilisiert zu abstrusen Wagnissen der Fantasie. Der Autor ist der König der Bizarro Fiction.

The Hunted Vagina ist eine Liebesgeschichte, eine Liebesgeschichte der innigsten Art. Denn welcher Mann würde in die Vagina seiner Freundin kriechen, um die seltsamen Geräusche zu erforschen? Steve tut genau das und entdeckt eine Welt in seiner Freundin. Eine kleine, zugegeben, aber eine Welt mit merkwürdigen Einwohnern. Und so beginnt der Autor von landschaftszerfressendem Krebs, Spermawasserfällen und der unsichtbaren Latexfreundin aus der Vergangenheit Stacys zu fabulieren.

Ugly Heaven ist das ubgefuckte Paradies Gottes. Von der Himmel-Hölle-Theorie hält der Autor nichts, aber das hält ihn nicht davon ab, eine eigene Version zu spinnen. Das Paradies ist nurmehr eine Ruinenlandschaft. Die wenigen Einwohner fürchten sich vor Schatten und stellen die Existenz Gottes nicht in Frage. Erst Baum und Lachs, die beiden Neuankömmlinge beginnen zu zweifeln, stellen die Anwesenheit des Herrschers in Frage. Masturbierende Engel, elektrische Wasserfälle, der Vorgang des Defäkierens, ein Schweißsee – die Welt ist ein ad absurdum per se. Wären die Ideen nicht so verrückt, wäre das einstige Paradies beängstigend.

Fazit

Die beiden Romane »The Haunted Vagina« und »Ugly Heaven« sind ein Paradies verrückter Ideen. Absurditäten sind nicht einfach nur willentlich aneinandergereiht, sondern erzählen eine Geschichte, die die Fantasie auf den Kopf stellt. Das muss nicht logisch sein, solange es in sich konsequent eine Welt erfindet, deren Einzelteile glaubwürdig nach Maßstab eines Carlton Mellick III zusammengefügt sind.

5 von 5 Punkten

Geschrieben von um 19:32 Uhr.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Felder mit einem * müssen ausgefüllt werden.

zwei × fünf =