Samstag, 05. Mai 2018

Rezension: Timmy Quinn 2. Das Schiff & Der Wanderer (Kealan Patrick Burke)

Voodoo Press
Taschenbuch, 192 Seiten
ISBN: 978-99957-56-02-4
12,95 €

eBook, 5,99 €
ISBN: 978-99957-56-21-5

Ein kurzer Einblick

»Das Schiff« und »Der Wanderer« beinhaltet die Novellen drei und vier der fünfteiligen Reihe um den Jungen Timmy Quinn, der mit den Toten kommunizieren kann. Der Fluch, auf die andere Seite des Vorhangs der Weltenbühnen sehen zu können, hat jedoch eine Kehrseite: Durch ihn sind die Toten in der Lage, Rache an den Lebenden zu nehmen.

Bewertung

Kealan Patrick Burke gilt als einer der besten Horrorautoren unserer Zeit. Burke schreibt zumeist einfühlsamen und atmosphärischen Horror mit nachhaltigem Schauereffekt. Das gilt auch für die Bücher rund um Timmy Quinn. Spannung und eine gut erzählte Geschichte stehen im Vordergrund, wohingegen Gewaltbeschreibungen vorkommen, tatsächlich aber die bedrückende Stimmung unterstützen. Der Autor beschreibt, anstatt sich in Monologen auszulassen, und baut auch damit eine geheimnisvolle Handlung auf, die nach und nach den Schrecken enthüllt. Mehr und mehr konzentriert sich Burke auf die Enthüllung des Schleiers, ominöse Gestalten im Hintergrund und baut die Beziehung zwischen Timmy und seinen Vater weiter aus. Dabei dient der Vater nicht nur als Identifikator zur Persönlichkeitsanalyse, sondern auch als Mittel, um das Grauen, das Erwachen der Toten anzukündigen. Timmy Quinn, der mit den Toten kommunizieren kann, bietet sich als Protagonisten für tragische Todesfälle an. Durch ihn sind die Toten in der Lage Rache an den Lebenden zu nehmen.

»Das Schiff«: Timmy, der von allen nur noch Tim genannt werden möchte, ist erwachsen geworden. Er ist es Leid von ruhelosen Toten benutzt zu werden und fordert von seinem Vater eine Schuld ein. Dieser nennt ihm einen Ort, an dem er Ruhe vor der Heimsuchung erfahren soll. Die irische Insel Blackrock ist ein Eiland, das nur von wenigen Menschen bewohnt ist. Doch auch hier stößt Tim auf einen rachsüchtigen Geist. Kealan Patrick Burke versteht es einmalig, die Inselstimmung, das Wetter oder die Reserviertheit der Leute auszunutzen, um eine beängstigende Atmosphäre zu erzeugen. Die Einsamkeit ist förmlich spürbar. Der Regen durchnässt die Kleider. Geheimnisse liegen in der Luft, die enthüllt werden wollen. Burke erzählt dabei nicht nur eine weitere Rachegeschichte eines Toten, sondern baut das Geheimnis um den Schleier zwischen der Realität und der Welt der Toten weiter aus. Das Fundament des Alten und das Wissen des Neuen machen aus der Novelle eine spannende und bedrückend gruselige Geschichte.

»Der Wanderer«: Dies ist eine etwa 40-seitige Geschichte, die in einer Rückblende, etwa zur Zeit als Timmy den Schildkrötenjungen entdeckte, erzählt, wie der Wanderer in die Reihen der Toten aufgenommen wurde. Kurz, knackig und extrem dicht erzählt, kommt man kaum dazu, Luft zu holen. Persönlich hätte ich mir eine etwas kreativere Idee gewünscht, Rückblenden sind ein Stilmittel, das ich meist nicht mag.

Fazit

Kealan Patrick Burke ist ein Autor, der eine bedrückende und unheilschwangere Atmosphäre problemlos zu erzeugen vermag. Konzentriert er sich darauf und auf eine knackig erzählte Geschichte, entstehen gruselig unterhaltsame Romane. Bleibt er am Ball, entfaltet sich ein Grauen, das Gänsehaut beschert. Die Angst ist real und Kealan Patrick Burke macht sich ihrer zunutze, um den Leser in einen Sog hineinzuziehen, der das Phantastische kurzzeitig in unsere Welt lässt.

3.5 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 19:48 Uhr.

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