Samstag, 26. Mai 2018

Rezension: Timmy Quinn 3. Nemesis (Kealan Patrick Burke)

Voodoo Press
Taschenbuch, 382 Seiten
ISBN: 978-99957-56-43-7
12,95 €

eBook, 5,99 €
ISBN: 978-99957-56-62-8

Ein kurzer Einblick

»Nemesis« ist die letzte Novelle der fünfteiligen Reihe um den Jungen Timmy Quinn, der mit den Toten kommunizieren kann. Der Fluch, auf die andere Seite des Vorhangs der Weltenbühnen sehen zu können, hat jedoch eine Kehrseite: Durch ihn sind die Toten in der Lage, Rache an den Lebenden zu nehmen.

Bewertung

Kealan Patrick Burke gilt als einer der besten Horrorautoren unserer Zeit. Burke schreibt zumeist einfühlsamen und atmosphärischen Horror mit nachhaltigem Schauereffekt. Das gilt auch für die Bücher rund um Timmy Quinn. Spannung und eine gut erzählte Geschichte stehen im Vordergrund, wohingegen Gewaltbeschreibungen zunehmen, denn das furiose Final steht bevor. Letztendlich ist es aber die bedrückende Stimmung, die besonders das Unangenehme, das Grauen, den Schrecken fördert. Der Autor beschreibt, anstatt sich in Monologen auszulassen. Der Schleier ist gefallen, die Bühne der Toten manifestiert sich in der Realität. Timmys Familiengeschichte wird vertieft und Irreführungen enthüllt. Der Schein kann trügen, nur die Wahrheit kann die Hölle auf Erden verhindern. Timmy Quinn, der mit den Toten kommunizieren kann, bietet sich als Protagonisten für tragische Todesfälle an. Durch ihn sind die Toten in der Lage Rache an den Lebenden zu nehmen.

»Nemesis«: Bevor Kealan Patrick die eigentliche Handlung fortführt, lässt er den Leser in kurzen Szenen den Tod einiger Figuren miterleben. Die Figuren sind unerheblich für die Geschichte, stimmen ein und unterstützen aber den Grundtenor des Romans. Es gibt keinen Einhalt mehr gegen die Toten. Tim wird nicht mehr benötigt, um die Toten zu entfesseln, die Mächte und Gesetze der Bühne haben sich verändert.
Als der Schleier endgültig fällt, stehen die Menschen machtlos den Toten gegenüber. Brutale Morde, Massenhysterie … die Leichen stapeln sich und die Toten kehren zurück. Es ist ein Dominoeffekt, der grassierend um sich greift. Allein Tim und seine Freundin können die Toten auf die Bühne verbannen. Es ist ein Kampf, der Timmys Herkunft, die Vergangenheit seiner Familie näher beleuchtet, aber auch eine weitere Vergangenheit enthüllt und dabei Geheimnisse aufdeckt, die die Wahrheit, die Tim kannte, neu erfindet. Während die Welt in Leichen und Blut ertrinkt, läuft Tims Handlungsstrang schon fast schwermütig ab, denn Burke verbindet die Brutalität von »Die Häute« mit der atmosphärischen Qualität von »Das Schiff« und kreiert damit einen Kontrast, der perfekt miteinander harmoniert. Es ist ein Finale, das bedrückend blutig und ein abgerundeter Abschluss der Reihe ist. Mit allen Stärken und Schwächen der Vorgänger.

Fazit

Kealan Patrick Burke ist ein Autor, der eine bedrückende und unheilschwangere Atmosphäre problemlos zu erzeugen vermag. Baut er nebenbei ein Szenario auf, das ein blutiges Gemetzel inszeniert und lässt es als Beiklang im Hintergrund schweben, kreiert Burke einen harmonisierenden Kontrast, der extreme Spannung mit einer Gänsehaut beschert. »Nemesis« ist der stärkste Band der Reihe um Timmy Quinn.

4 von 5 Punkten

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Geschrieben von um 19:57 Uhr.

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