Samstag, 05. Januar 2019

Rezension: Tribesmen. Insel der Kannibalen (Adam Cesare)

Voodoo Press
Hardcocver, 148 Seiten
Keine ISBN
19,95 €

Ein kurzer Einblick

Tito Bronze ist Regisseur. Sein Metier: Trashfilme. Seine neue Idee: Kannibalismus auf einer verlassenen tropischen Insel. Sein Ziel: die Einheimischen abschlachten, den Strand in Blut tränken und immer die Kamera auf das Gemetzel halten. Irgendwo dazwischen schreit die wehrlose, bildhübsche Frau in blanker Angst. Nur haben die Einwohner anderes im Sinn und so werden Gedärme der Filmcrew zerfetzt, während die Kamera weiterläuft.

Bewertung

»Tribesmen« soll eine Hommage an die italienischen Kannibalenfilme aus den 80er Jahren sein. Getroffen hat der Autor den Schund vortrefflich. Splatter, Trash, dümmliche Machocharaktere, schreiende Frauen, eindimensionale Handlung … Es ist alles vorhanden, um eine richtig erbärmliche Handlung zu inszenieren. Dabei fing die Novelle gar nicht mal so schlecht an. Man muss zwar den trashigen Stil mögen, doch schaffte es Adam Cesare eine gewisse Spannung des Kommenden aufzubauen. Doch sobald die Handlung fahrt aufnimmt, besinnt sich der Autor auf eindimensionale Charaktere ohne nachvollziehbare Verhaltensweisen. Im Gesamtkontext mag das stimmig sein, aber nur weil dämlich gleichzusetzen ist mit dümmlich. Die Handlung verhackstückt schlecht zusammengewerkelte Szenenstücke, die Spannung wird durch jede unfreiwillig komische Aktion der Charaktere vollkommen genommen. Panik und Angst wird derart überzogen, dass das Gegenteil bewirkt wird. Aufkommende Gefahren wirken grotesk. Der Fluch, der über der tropischen Insel liegt, bekommt keinen Stellenwert und dient lediglich als Ausgangspunkt, um den Kannibalismus zu erklären. Der Wechsel zwischen den Charakteren ist noch das Interessanteste. So können zumindest die Gedankengänge, sofern die egomanischen Charaktere überhaupt eine eigene Persönlichkeit besitzen und nicht vollkommen aus Testosteron oder Egoismus bestehen, zumindest etwas Abwechslung bieten. Hätte Cesare die Hommage doch wenigstens um eigene Ideen aufgepeppt. Was bleibt ist Schund, eben jener Schund der sogenannten italienischen Horror-Klassiker.

Fazit

Eine blutige Handlung mit einer dümmlichen Umsetzung und meist nicht einmal schablonenhafter Charaktere soll eine Hommage an die italienischen Horrorfilme der 80er Jahre sein. Das mag sein, der Trashfaktor in Romanform funktioniert jedenfalls kaum. Eventuell mag Tribesmen ein gefundenes Fressen für Fans des italienischen Film-Kannibalismus sein.

2 von 5 Punkten

Geschrieben von um 20:23 Uhr.

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