Mittwoch, 03. Januar 2018

Rezension: Die Entdeckung des Himmels (Harry Mulisch)

Rowohlt
Taschenbuch, 867 Seiten
ISBN: 978-3-499-13476-0
9,99 €

Ein kurzer Einblick

Scheinbar zufällig treffen der Astronom Max Delius und der Sprachwissenschaftler Onno Quist aufeinander. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Max ist ein Frauenheld und Ordnungsfanatiker und Onno der chaotische Sprossling einer der bekanntesten Patrizierfamilien der Niederlande. Doch die beiden schließen eine tiefe Freundschaft, die ihr beider Leben prägen wird. So teilen sie sich beide ihre große Liebe und auch der Nachwuchs ist von beiden bestimmt, hat jedoch auch einen noch viel größeren Auftrag…

Geschrieben von um 07:14 Uhr.
Sonntag, 19. März 2017

Rezension: Follower (Eugen Ruge)

Rowohlt
Hardcover, 320 Seiten
ISBN: 978-3-498-05805-0
22,95 €

Ein kurzer Einblick

Nio Schulz ist im Jahr 2055 in HTUA-China unterwegs, um das neue Projekt der Firma, für die er arbeitet, zu vermarkten: „true barefoot running“. Obwohl Schulz‘ Leben für diese Zeit „fortschrittlich“ ist und er völlig durch Big Data sowie die ständige Information geprägt ist, hat er Angst, nicht weiter Schritt zu halten. Auf dem Weg zu seinem Geschäftstermin verschwindet er schließlich vom Radar der Überwachungsbehörden …

Geschrieben von um 16:21 Uhr.
Freitag, 10. Juni 2016

Rezension: Unschuld (Jonathan Franzen)

Rowohlt
Hardcover, 832 Seiten
ISBN: 978-3-498-02137-5
26,95 €

Ein kurzer Einblick

Pip hat eine Menge Probleme: ihre Mutter verheimlicht ihr nicht nur, wer ihr Vater ist, sondern auch vieles mehr, gleichzeitig erdrückt sie sie aber mit Liebe, zudem hat Pip Studienschulden, keine beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten und ist in einen verheirateten Mann verliebt. Als sie ein Praktikum beim „Sunlight Project“ des Whistleblowers Andreas Wolf angeboten bekommt, hofft sie, mehr über ihren Vater erfahren zu können. Doch in Bolivien gibt es nicht nur über sie eine Menge zu entdecken …

Geschrieben von um 20:35 Uhr.
Mittwoch, 25. Februar 2015

Rezension: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten (Daniel Kehlmann)

Rowohlt
Taschenbuch, 208 Seiten
ISBN: 978-3-499-24926-6
9,99 €

Ein kurzer Einblick

Daniel Kehlmann erzählt in diesem Roman neun Geschichten unterschiedlichster Personen. Diese stehen scheinbar jede für sich, jedoch nur scheinbar! Eigentlich hängen sie auf verzwickte, intelligente Weise miteinander zusammen. Die Wege der Personen führen in Wirklichkeit und Irrealem raffiniert zueinander und demonstrieren jeder für sich komische, irrationale oder nachdenkliche Wendungen.

Geschrieben von um 17:10 Uhr.
Freitag, 12. Dezember 2014

Rezension: Monrepos oder Die Kälte der Macht (Manfred Zach)

Rowohlt
Taschenbuch, 560 Seiten
ISBN: 978-3-49922-179-8
9,90 €

Ein kurzer Einblick

Bernhard Gundelach, Jurist und (noch) kein CDU-Mitglied, gelingt es mit Anfang 20 einen Job in der baden-württembergischen Staatskanzlei zu erlangen. Von nun an geht es für ihn bergauf. Er erhält immer höhere Posten und wird mit Ministerpräsident Breisinger stets vertrauter. Schnell erkennt er jedoch auch die Schattenseiten des Regierens und muss sich so bald zwischen Breisinger und seinem aufstrebenden Nachfolger Specht entscheiden. Und auch anderweitig zeigen sich schnell die unschönen Seiten des politischen Geschäfts …

Geschrieben von um 20:59 Uhr.
Samstag, 28. Dezember 2013

Rezension: Freiheit (Jonathan Franzen)

Rowohlt
Taschenbuch, 736 Seiten
ISBN: 978-3-499-25254-9
9,99 €

Ein kurzer Einblick

Die vierköpfige Familie Berglund scheint nach außen hin die perfekte Familie zu sein: Vater Walter hat einen angesehenen Job, Mutter Paddy ist eine tadellose Hausfrau und dann wären da noch die liebenswerten Kinder Jessica und Joey. Doch als Joey plötzlich zu den Nachbarn zieht, scheint die heile Familie zu zerbrechen. Nichts ist mehr wie vorher. Walter wechselt den Job und Paddy verhält sich nicht nur in Bezug auf Walters besten Freund, den Rockmusiker Richard, sehr merkwürdig …

Geschrieben von um 20:20 Uhr.
Donnerstag, 28. März 2013

Rezension: Mary Ann im Herbst (Armistead Maupin)

Rowohlt
Hardcover, 352 Seiten
ISBN: 978-3-498-04521-0
19,95 €

Ein kurzer Einblick

Mary Ann Singleton ist nach San Francisco zurückgekehr, da sie an Gebärmutterkrebs erkrankt ist. Sich zu Hause in Darien, wo jeder jeden kennt, einer Behandlung zu unterziehen, will sie um jeden Preis vermeiden. Außerdem ist zu Hause kein Zuhause mehr für sie, seit sie nach einem Skype-Chat mit ihrem Mann, der auf Geschäftsreise in Venedig weilte und vergessen hatte, die Webcam des Notebooks abzuschalten, live miterleben musste, wie er mit ihrer persönlichen Lebensberaterin Calliope schlief.

Geschrieben von um 15:02 Uhr.
Samstag, 02. Februar 2013

Rezension: Changeling (Steve Feasey)

Rowohlt
Taschenbuch, 272 Seiten
ISBN: 978-3-499-21516-2
12,95 €

Ein kurzer Einblick

Treys Welt steht auf dem Kopf. Plötzlich lebt er in einem Luxusapartment in London, sein reicher Onkel stellt sich als Vampir heraus und Trey selbst ist der letzte reinrassige Werwolf. Und mit diesem Wissen beginnt sein großes Abenteuer …

Geschrieben von um 17:50 Uhr.
Sonntag, 16. Dezember 2012

Rezension: Kein Land für alte Männer (Cormac McCarthy)

Rowohlt
Taschenbuch, 288 Seiten
ISBN 978-3-499-24288-5
8,99 €

Ein kurzer Einblick

Bei einem morgendlichen Ausflug in die texanische Wüste findet Hobbyjäger Llewellyn Moss eine gespenstische Szenerie vor: mehrere Leichen, eine Pick-up-Ladefläche voller Heroin und am Ende einer Blutspur einen Koffer mit 2,4 Millionen Dollar. Er behält das Geld – sein erster Fehler. Der zweite: In der Nacht kehrt er zum Tatort zurück, um seine Spuren zu verwischen. So gerät er ins Visier des eiskalten Killers Chigurh. Und genau wie der alte Sheriff Bell ist Moss dieser Form von Grauen und Gewalt nicht gewachsen …

Geschrieben von um 16:22 Uhr.

Rezension: David Hunter 1. Die Chemie des Todes (Simon Beckett)

Rowohlt
Taschenbuch, 432 Seiten
ISBN 978-3-499-24197-0
9,99 €

Ein kurzer Einblick

David Hunter war der beste forensische Anthropologe Englands, bis ein tragischer Unfall sein Leben für immer veränderte. Aber der Tod lässt David einfach keinen Frieden …

Bewertung

Der forensische Anthropologe David Hunter lässt sein altes Leben in London zurück und verdingt sich fortan seinen Lebensunterhalt für die nächsten drei Jahre als Landarzt in einem beschaulichen Dörfchen in Devonshire. Bis die Autorin, eine Außenseiterin wie er, von spielenden Kindern tot im Wald aufgefunden wird. Ihre Leiche wurde mit einem Paar Schwanenflügel ausstaffiert. David Hunter, Ex-Koryphäe der forensischen Anthropologie, wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord, während der fanatische Pfarrer die Menschen mit Hasspredigten zur Hexenjagd aufruft.
Leser mit schwachem Magen werden gleich auf der ersten Seite herausgefordert: Simon Beckett steigt mit einer magenunfreundlich detailreichen Beschreibung zur Verwesung einer Leiche durch die verschiedenen Stadien konsequent ein und zeigt damit, wohin die Geschichte führen wird. Mit Sicherheit nicht zu desinfiziert und zur Beerdigung zurechtgemachten Leichnamen, sondern zu der schmutzigen Seite des Geschäfts. David Hunter ist forensischer Anthropologe und beschäftigt sich mit der Bestimmung von Todeszeitpunkten und Todesursachen an verwesenden Körpern; sofern er sich nicht als Landarzt sein Geld verdingt. Wenn sich die Fliegen in schwarzen Wolken von den Opfern heben, sich Maden im Fleisch ringeln und kringeln oder sich die Haut in Fetzen vom Fleisch löst, kann man sich sicher sein, dass dies ein Job für David Hunter ist.
Die Charakterentwicklung ist eine herbe Enttäuschung. Ich denke, ich verrate nicht allzu viel, wenn ich sage, dass es 1. typisch ist, dass David Hunter sich aufgrund eines tödlichen Unfalls seiner Familie aus seinem alte Leben verabschiedet, 2. er in seinem neuen Heimatort wieder seinen alten Beruf aufnehmen muss, 3. er eine neue Frau kennen lernt, 4. sich in sie verliebt und 5. diese zum Opfer des Serienmörders wird, dem David Hunter auf der Spur ist. Natürlich weckt das irgendwie etwas Spannung, doch das Schema ist zu ausgelutscht, als das es noch großartige Überraschungen geben könnte. Und damit büßt „Die Chemie des Todes“ einiges an Spannung ein, obwohl Simon Beckett sein Handwerk perfekt zu verstehen weiß.
Unvorhersehbarkeiten und Überraschungen gibt es dafür an anderen Stellen. Denn auch brave Bürger haben Dreck am Stecken. Das ist auch bitter nötig, denn so vorhersehbar die Charakterentwicklung ist, so spannend ist die Suche nach dem verrückten Mörder. Es muss einer der Einheimischen sein. Doch wer? Wem kann dieses Verbrechen zugetraut werden. Und wie soll die Polizei ermitteln, wenn Alibis untereinander gegeben werden? Der Polizei und David Hunter stehen schwere Zeiten bevor.
Die Ich-Perspektive bindet den Leser nah an David Hunter. Die persönliche Nähe und der beschauliche Ort wecken Vertrauen und lassen den Leser heimisch werden. Man vermeint das Dorf, die Leute zu kennen und traut niemandem zu, ein Mörder zu sein. Auch nicht den Idioten und Raufbolden, von denen jeder weiß, dass sie illegal Tiere jagen. Ideale Voraussetzungen, um Menschen gegeneinander aufzuspielen und aufzuhetzen; sich selbst bei den Medien ins Rampenlicht zu manövrieren und durch das Unglück, das über das Dorf hergefallen ist, für eine volle Kirche zu sorgen, wie der fanatische Pfarrer es tut. Niemand traut niemandem mehr. Die Gerüchteküche brodelt und die beschauliche Sicherheit schwindet mehr und mehr. Die Idylle verwandelt sich in eine Horrorversion voller Schreckgespenster.

Fazit

„Die Chemie des Todes“ ist ein hervorragender Forensik-Thriller, der jedoch stark an der Charakterentwicklung krankt, dafür aber mit der forensischen Arbeit und der zunehmenden Unruhe und Selbstjustiz durch Dorfbewohner punkten kann.

3.5 von 5 Punkten

Geschrieben von um 14:11 Uhr.